Wing Tsun

Woher kommt Wing Tsun KungFu?

Wing Tsun KungFu kommt aus China und war ursprünglich ein Geheimstil. Zwischen 1640 und 1700 wurde Wing Tsun von den fünf erfahrendsten Kämpfern des Shaolin-Klosters entwickelt und nur an engste Vertraute weitergegeben. Erst 1950 begann Grossmeister Yip Man damit, Wing Tsun KungFu auch in der Öffentlichkeit zu unterrichten. In Europa wurde Wing Tsun durch Hong-Kong-Chinesen (UK) eingeführt und später auch von direkten Schülern Yip Man verbreitet.

Für welche Altersklasse ist Wing Tsun geeignet?

Wing Tsun nutzt den natürlichen Bewegungsradius, so daß man WingTsun auch im hohen Alter ohne Einschränkungen trainieren kann. Für einzelne Altersgruppen gibt es manchmal spezielle Klassen (Kinderklasse, Seniorenklasse), das hat aber mehr etwas mit der Organisation des Unterrichts als mit der Eignung für das Wing Tsun zu tun.

Brauche ich für Wing Tsun viel Kondition?

Wing Tsun ist für den Notfall, also den Kampf auf der "Strasse" gedacht. Es geht also nicht darum, die 12 Kammern der Shaolin zu meistern, dafür wäre sicherlich viel Kondition vonnöten. Die für die Anwendung des Wing Tsun notwendige Kondition trainiert man sich automatisch und stressfrei in den jeweiligen Klassen an.

Wie lange braucht man, um sich wehren zu können?

Das ist von mehreren Faktoren abhängig. Bei regelmäßiger Teilnahme am Training erreicht man normalerweise nach 6-9 Monaten die Grundfertigkeiten, um sich körperlich zur Wehr zu setzen. Je nach Veranlagung und Trainingsfleiss kann das auch schon früher der Fall sein.

Lerne ich im Wing Tsun KungFu auch den Umgang mit Waffen?

Ja, Wing Tsun ist ein vollständiges Selbstverteidigungssystem. Neben dem Umgang mit gebräuchlichen Waffen wie Messer oder Stock gehört ein Besuch in einem Schiess-Stand ebenso dazu, wie auch das Erlernen der Abwehren gegen diese Waffen - soweit das möglich ist.

Gibt es im Wing Tsun auch ...

... hohe Kicks?
Nein. Wing Tsun ist konsequenter Nahkampf und für Tritte oberhalb des Bauchnabels wäre der Genitalbereich ungeschützt.1
... reine Bodenkampf-Techniken?
Nein. Wing Tsun bietet ein System und nicht einfach einen Technikkatalog. Dieses System funktioniert auch auf dem Boden - insofern wird es dort auch manchmal geübt. Allerdings werden gleichzeitig auch das Gleichgewicht und der Nahkampf in der Weise trainiert, dass ein WT-Kämpfer möglichst nicht mit auf den Boden muss.
... Aufwärmübungen?
Wing Tsun wird nach der chinesischen Lehrmethode unterrichtet, dabei ist der Unterricht so aufgebaut, dass die einführenden Übungen bereits "echtes Wing Tsun" sind und trotzalledem auch aufwärmenden Charakter haben.
... Formen?
Ja, im Wing Tsun gibt es insgesamt sechs Formen, drei Grundformen, eine Holzpuppen-Form und zwei Formen mit Waffen (chinesischer Langstock und Doppelmesser)
... Waffen?
Ja, im Wing Tsun wird nicht nur der Umgang mit Hieb- und Stichwaffen erlernt, sondern auch die konsequente Verteidigung gegen selbige.
1 Es gibt eine Ausnahme: Im Wing Tsun gibt es einen Nahkampfkick zum Kehlkopf, hierbei werden aber beide Arme und Beine kontrolliert, so dass dieser Kick gefahrlos ausgeführt werden kann.